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Interkontinentale Karavane für Solidarität und Widerstand, München



Das Projekt:

Während der letzten Jahre haben die meisten Regierungen der Welt die Liberalisierung der Wirtschaft vorangetrieben. Der »freie«, schrankenlose Welthandel ist das Zauberwort der Ökonomen. Für den Großteil der Menschheit, vor allem in den Ländern der sogenannten »Dritten Welt«, bedeutet diese Entwicklung jedoch eine zunehmende Verarmung und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Die Gewinner des Neoliberalismus sind primär transnationale Großkonzerne, die Jahr für Jahr höhere Gewinne erzielen, und die reichen Industriestaaten.

Aber auch hier gibt es immer mehr »Globalisierungsverlierer«: Erwerbslose, Frauen ohne eigenes Einkommen und Angehörige gesellschaftlicher Randgruppen. Die Globalisierung der Ausbeutung erfordert folglich auch eine Globalisierung des Wider stands. Anläßlich der Ministerkonferenz der Welthan delsorganisation (WTO) im November 1998 erfolgte deshalb die Gründung von »Peoples' Global Action« (PGA). Ziel ist es, möglichst viele Menschen und Organisationen international zu vernetzten, die sich gegen den »freien Handel« in basisdemokratischen Aktionen des gewaltfreien zivilen Ungehorsams wen den. Einen wesentlichen Beitrag an der Gründung von PGA leisteten auch indische BäuerInnen-Bewegungen.

Im indischen Bundesstaat Karnataka haben sich 10 Millionen BäuerInnen der »Karnataka State Farmers' Association« (KRRS) angeschlossen. Hauptgegner der Bewegung sind Agrarkonzerne wie Monsanto, Bayer und Hoechst, die versuchen, die Verwendung von gentechnisch verändertem, patentiertem Saatgut durchzusetzen, was für die KleinbäuerInnen verschärfte Abhängigkeit bedeutet. AktivistInnen der BäuerInnenbewegung brannten deshalb Versuchsfelder von Monsanto ab und stürmten am 1. Dezember 1998 das Bürogebäude des Konzerns in Hyderabad, woraufhin die Regierung des indischen Bundesstaates Andhra Pradesh Monsanto aufforderte, die Feldversuche abzubrechen.

Um ihre ureigenen Rechte einzufordern, die seit Jahrhunderten mißachtet werden, begeben sich nun Menschen aus der indischen BäuerInnenbewegung dorthin, wo die Ursprünge von weltweiter Unterdrückung und Ausbeutung liegen: nach Europa. Im Zeitraum vom 22. Mai bis zum 20. Juni sind Aktionen in vielen Ländern geplant, die in Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen stattfinden. Als Höhepunkt werden sich die Teil nehmerInnen der ICC-Karawane in Köln gemeinsam mit VertreterInnen der »Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen« an den Gegenveranstaltungen zum EU-Gipfel und dem Weltwirtschaftsgipfel beteiligen.

Aber auch an München wird die ICC-Karawane nicht spurlos vorüberziehen. Direkt vor ihrem abschließenden Köln-Besuch wird sich eine Dele gation von ca. 50 Personen (vom 14. bis zum 17. Juni) hier aufhalten. Nutzen wir die Chance, und treten wir in Dialog mit ihnen! Geplant sind Besuche in Schulen, eine öffentliche Infoveranstaltung mit Film und ein Demonstration gegen die Patentierung von Leben.

Weitere Informationen zum gesamten Projekt erhaltet Ihr unter der Adresse der ICC-Hauptseite: http://stad.dsl.nl/~caravan